Sonntag, 8. Mai 2016

mit Jersey applizieren - wie geht denn das? Eine kleine Einführung

Heute möchte ich ein neues "Kapitel aufschlagen" hier auf meinem Blog. Da ich nämlich keinen Plotter mehr besitze - wir wurden einfach keine Freunde - habe ich mich in letzter Zeit verstärkt mit dem Applizieren beschäftigt.
Da ich aber weiss, wie viel Respekt man davor hat, wenn mans noch nie probiert hat, habe ich mir gedacht: ich zeig euch jetzt, wie einfach das ist! Und nicht nur das: ihr bekommt nun auch in unregelmäßigen Abständen Applikationsvorlagen von mir hier auf dem Blog zum freien Download, die ihr gern nutzen dürft (auch gewerblich) ! Mal sind es ganz einfache Motive, mal auch etwas aufwändiger - eben genau das, was mir spontan in den Kopf kommt.

Beginnen möchte ich heute aber mal mit einer kleinen Einführung: Applizieren - was ist das denn überhaupt?
- unter Applizieren versteht man das aufnähen von Bildern / Stoffstückchen auf einen anderen Stoff - sodass hier tolle Motive entstehen oder einfach kleine Akzente an ein eher schlichtes Kleidungsstück gesetzt werden.

Und wie geht das?

Zunächst einmal das, was ihr benötigt:
- eine Nähmaschine, die geradeaus nähen kann (ich geh mal davon aus, dass das jede kann ;o) )
- Garn, mindestens schwarz oder weiss, im Idealfall in der Farbe, in der euer Stoff ist
- Vliesline H250. Dies ist ein Bügelvlies, welches notwendig ist,um dem doch sehr flexiblen Jersey Stabilität zu geben. Ohne geht im Notfall auch - aaaber es verrutscht schneller und die Arbeit wird im meisten Fall nicht so sauber (glaubt mir, ich hab es versucht... hüstel...)
- eine Schere
- Stoffreste aus Jersey
- ein Bügeleisen
- Etwas, worauf ihr applizieren möchtet
- Stecknadeln

Und schon kann es losgehen!

Fall 1: ihr möchtet ein Muster, was bereits auf einem Stoff ist, auf einen anderen Stoff applizieren. 

In meinem Fall habe ich mir den pink-farbigen Stoff als Stoff für meinen Rock ausgesucht und möchte gern Blümchen von dem grünen Stoff drauf applizieren.


Zunächst schauen wir uns die Vliesline H250 an: wie ihr hier auf dem Bild erkennen könnt hat sie 2 verschiedene Seiten. Eine Seite ist matt, die andere glänzend. Die glänzende Seite ist mit einer Art Klebstoff bezogen, welcher sich bei Hitze entfaltet - also dann klebrig wird.
 

Legt euch den Stoffrest des Stoffes, aus dem ihr etwas ausschneiden möchtet, so vor euch hin, dass die nicht so schöne Seite zu euch nach oben zeigt.


Darauf legt ihr nun die Vliesline - und zwar - GANZ WICHTIG!!! - mit der glänzenden, also mit Kleber bezogenen Seite nach unten (sonst gibts eine riesen Sauerei am Bügeleisen...).


Nehmt euer Bügeleisen, stellt die Funktion "Baumwolle" ein. Habt ihr ein Dampfbügeleisen, so stellt die Dampffunktion aus. Lasst das Bügeleisen heiss werden und bügelt nun je Stelle ca. 8 Sekunden über die Vliesline. 



das Ganze umdrehen...
 

und nun könnt ihr problemlos das Stück ausschneiden, was ihr gern applizieren möchtet.



Nehmt euch anschließend das Stück vor, welches ihr bestückt haben möchtet. Legt es mit der schönen Seite nach oben vor euch hin...


und platziert eure Applikationen. Wenn ihr zufrieden seid mit der Anordnung: feststecken.



Wählt nun auf eurer Nähmaschine den einfachen Geradstich aus - in meinem Fall ist es die Nr. 2. Diese Funktion hat jede Nähmaschine.


Jetzt legen wir unseren Stoff unter die Maschine und fangen an zu nähen. Nicht ganz am Rand, aber fast - ich nähe immer ca. 5 mm vom Rand entfernt. Am Anfang ganz wichtig: ein paar Mal hin und her nähen - damit der Faden guten Halt hat.


Ihr näht nun einmal um eure Applikation drum herum. Ganz wichtig: näht erstmal langsam und ganz vorsichtig, es erfordert etwas Übung. Sobald ihr einen Richtungswechsel machen müsst, achtet darauf, dass die Nadel gerade komplett unten im Stoff steckt, damit nichts verrutscht. Löst dann erst den Nähfuß und dreht euer Stück Stoff in die Richtung, die ihr wünscht.




... Nähfuß wieder herunterlassen und weiternähen.



So schaut es bei mir aus:


Am Ende ein paar Mal vor und zurück nähen, um den Faden  etwas zu verriegeln. Wichtig: Wenn ihr den Faden abschneidet, lasst noch ca. 10 cm jeweils hängen - wir benötigen sie gleich noch.


Habt ihr dies so weit fertig...


schauen wir uns die Rückseite an. Dort müsstet  ihr nun 2 Fäden haben (je Applikation). Diese knotet ihr 3-4x zusammen und schneidet dann den übrigen Fadenrest ab.




Auf der Vorderseite befinden sich ebenfalls 2 Fäden. Natürlich könnten wir sie hier einfach abschneiden, wir haben ja verriegelt. Aus Erfahrung weiss ich jedoch, dass sich eine solche Verrigelung nach ein paar mal Waschen auch lösen kann. Also ist es besser, auch hier noch einmal einen Knoten zu machen. Den könnt ihr gleich auf der Vorderseite machen - oder aber ...


ihr nehmt euch eine Nähnadel zur Hand und fädelt einen oder gleich beide Fäden ein....


Stecht dann mit der Nadel direkt neben der Applikation durch den Stoff, sodass die Fäden nun hinten sind. Verknoten, restliche Fäden abschneiden.... und euer Kleidungsstück zu Ende nähen. Fertig ! =)




Fall 2: ihr möchtet eigene Formen oder Bilder kreieren. Dies geht ähnlich, ich zeige es schnell am Beispiel eines Sterns.

Zunächst malt euch einen Stern auf - oder nutzt z.B. meine Vorlage, die ich euch am Ende dieser Anleitung zur Verfügung stelle. Diesen Stern ausschneiden und dann ein Stoffstück suchen, was etwas größer als der Stern ist.


Auch wieder die Vliesline auf die Rückseite des Stoffes bügeln.


Nun legt ihr die Sternvorlage auf die aufgebügelte Vliesline - und zeichnet mit z.B. einem Kugelschreiber einmal an der Vorlage herum.



Ausschneiden - und genuso aufnähen wie oben beschrieben.


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Soooooooooo, ich hoffe, alles war soweit verständlich - denn ganz bald findet ihr hier unter dieser Rubrik viele weitere Vorlagen.
Für den Anfang zum Üben habe ich euch meine Sternchenvorlage in 2 Größen und ebenfalls eine Herzchenvorlage erstellt - diese dürft ihr gern nutzen! Ihr findet sie hier zum Download:


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