Montag, 4. Januar 2016

Nähanleitung: eine Baby-Bubble-Decke (alternativ auch als Teppich, für den Hund,...)

Zu Weihnachten habe ich u.a. ein tolles Patchworklineal bekommen, was ich mir sehnlichst gewünscht habe. Denn schon lange hatte ich einen Traum: ich wollte eine Bubble-Decke für unsere kleine Anna nähen. Vor einiger Zeit habe ich solch eine Decke mal für einen Hundekorb im www gesehen und wollte es unbedingt ausprobieren. Gesagt, getan... An Heiligabend fing ich gleich an, auszuprobieren, und hatte den Dreh ziemlich schnell raus, wie man diese Bubbles macht. Knapp 17 Stunden saß ich an diesem Projekt - es ist also nicht mal eben was für nen netten Nähabend. Man braucht schon etwas länger. Aber das Endergebnis entschädigt dann für die vielen Stunden.

Ich wurde nun schon öfter gefragt, wie ich die Decke gemacht habe, und da hab ich mir gedacht: ich habe heute Geburtstag, da schenke ich euch doch einfach mal meine Anleitung *gg*.

Um diese Decke geht es:


Alternativ kann man natürlich auch eine kleine Hundedecke draus machen. Oder ein Kissen. Oder oder oder. Ich möchte euch heute aber mal zeigen, wie man diese Technik allgemein anwendet.

Was braucht ihr?
- Patchworklineal und / oder Lineal
- etwas Pappe
- Stift, wenn kein Rollschneider genutzt wird
- nicht-dehnbare Stoffe, am Besten Webware, nicht zu dick
- Stecknadeln
- Schere, noch besser: Rollschneider
- Nähmaschine (Overlock geht auch, jedoch benötigt man zumindest am Ende definitiv auch die Nähmaschine)
- Füllwatte
- Nahtauftrenner, alternativ: kleine Schere
- Nadel und Faden
- Fleece / Teddystoff / Plüsch für die Rückseite

Begonnen habe ich damit, mir 2 verschieden große Quadrate zu basteln. In meinem Falle habe ich ein Quadrat in 10x10 cm ausgeschnitten, eines in 12x12. Ich empfehle, das 2. Quadrat an jeder Länge 2 cm länger zu machen als beim Kleinen. Welche Größe ihr nehmt, bleibt euch natürlich überlassen.


Ideal eignet sich natürlich solch ein Patchworklineal. Ich habe damit schnell meine Papp-Schnittmuster basteln können, aber man kann natürlich auch z.B. in der Größe des Lineals (hier: 15x15 cm) ein Quadrat nehmen und hat so schon mal weniger Arbeit.


So, nun nehmen wir uns unsere Stoffe vor, die wir verarbeiten wollen. Eine Stoffverbrauchsangabe kann ich an dieser Stelle leider nicht machen, da ja jede Decke individuell groß wird - und ich Stoffreste genutzt habe. 


In meinem Fall habe ich je 144 Quadrate in 12x12 und 10x10 cm aufgemalt und ausgeschnitten. An dieser Stelle: das war die "schlimmste" Arbeit. Das alles mit der Schere auszuschneiden. Ein Rollschneider wäre hier sehr von Vorteil, steht schon auf meiner "muss ich kaufen - Liste" =) . Die kleinen Quadrate bilden die Unterseite der "Oberdecke", sie sind später mitten in der Decke, also absolut nicht sichtbar. Hier könnt ihr also querbeet irgendwelche Reste nutzen, die ihr sonst wegwerfen würdet.


288 Quadrate warten nun darauf, verarbeitet zu werden:


wir nehmen uns ein großes und ein kleines Quadrat. Das kleine Quadrat liegt unten, ob mit der schönen Seite nach oben oder nach unten ist völlig egal, weil man es ja später nicht mehr sieht. Das größere Quadrat liegt mit der rechten, also schönen Seite nach oben.


Nun legen wir das größere auf das kleinere Quadrat an einer beliebigen Ecke und stecken diese fest.



Dies machen wir ebenso mit der nächsten Ecke.


Hierbei entsteht nun zwischen den 2 Stecknadeln überschüssiger Stoff, da das Quadrat oben ja größer ist. Diesen falten wir so wie auf dem Bild ungefähr in der Mitte (muss nicht genau sein) nach oben...



 und klappen ihn zu einer beliebigen Seite um. Feststecken.



Nun wieder die nächste Ecke feststecken und mit dem überschüssigen Stoff den vorherigen Schritt wiederholen - so lang, bis alle 4 Ecken festgesteckt sind und der jeweils überschüssige Stoff pro Seite umgeklappt und festgesteckt ist.


So sollte es nun aussehen :


Dies macht ihr nun mit allen anderen eurer Quadrate genauso =) . 
Anschließend überlegt ihr euch, welches Muster eure Decke haben soll. Legt sie am Besten auf dem Fußboden so hin, wie ihr sie später haben wollt, das erleichtert die Zusammenstellung und verhindert Fehler (mir ist es schon passiert, dass 2 gleiche Quadrate mal bei einer Patchworkdecke untereinander waren - ärgerlich).


Habt ihr euer Muster soweit zusammen, beginnt das Zusammenstecken der einzelnen Teile. Nehmt euch hierfür von der ersten Reihe die ersten beiden Quadrate...


Legt sie rechts auf rechts aufeinander...


... und steckt sie an einer Seite zusammen.



Nun das nächste Quadrat nehmen und an das 2. stecken - und immer so weiter, bis eine Reihe gesteckt ist.



Dies wiederholt ihr mit jeder Reihe einzeln.


Nun gehts endlich ans nähen =) . Die eben gesteckten Quadrate näht ihr an den zusammengesteckten Seiten jeweils mit einem Geradstich nähfüßchenbreit zusammen. Dies macht ihr auch wieder mit allen Reihen.


Sind die Reihen soweit vorbereitet, werden sie miteinander verbunden. Hierzu nehmt ihr einfach Reihe 1 und 2 und legt sie wieder rechts auf rechts aufeinander und steckt sie an der langen Seite fest - und näht sie dann dort zusammen.




Dann hier die 3. Reihe anstecken, nähen, dann die 4. Reihe und immer so weiter, bis ihr alle Reihen miteinander vernäht habt.



So sollte es dann erst einmal aussehen:


Nun messt ihr euch euer Werk aus. Eine Seite ist bei mir 1,05m lang.


Ich schneide nun 4 lange Streifen mit je 5 cm Dicke (hier könnt ihr natürlich auch eine andere Dicke wählen!) in der eben gemessenen Länge, also in meinem Fall 1,05 m. Zusätzlich habe ich mir noch 4 Quadrate in der Größe 5x5 cm für die Ecken ausgeschnitten. Alternativ könnt ihr aber auch 2 von euren 4 Streifen einfach um 2x eure gewählte Dicke verlängern, dann braucht ihr keine zusätzlichen Quadrate mehr.


Diese langen Streifen nähe ich nun an jede Seite meiner Decke an - und jeweils am Anfang und Ende eines Streifens kommen meine (grauen) kleinen Quadrate.


So sollte es nun aussehen.


Man muss nicht, aber an dieser Stelle ist es angebracht: das Bügeln. Nicht der ganzen Decke, sondern der eben angenähten Streifen. 


Ist dies soweit fertig, dreht ihr die Decke um....


Nehmt euch einen Nahtauftrenner (Alternativ: eine kleine Schere, z.B. Nagelschere) und schneidet gaaanz vorsichtig (!!!) in diesen Stoff jeweils einen Schlitz in jedes Quadrat. Wichtig: nur in den Stoff, nicht in den darunterliegenden, sonst gibts einen Riss nachher in der Decke, das wollen wir ja nicht.



Nun könnt ihr jedes einzelne Quadrat mit Füllwatte befüllen. Wie viel ihr stopft, das ist sicher Geschmackssache. Aber damit es für mein Baby schön weich ist, habe ich es nicht bis in die letzte Ecke vollgestopft, sonst wirds zu hart.


Nun näht ihr die Schlitze mit der Hand wieder zu. Hierbei reichen grobe Stiche, die nicht schön aussehen müssen - wichtig ist nur, dass die Füllwatte nicht rauskommt. Ich verwende hier etwas dickeres Garn.



Wenn alles wieder zugenäht ist, nehmt ihr euch euren Stoff für die Rückseite. Ich habe einen kuscheligen Stoff gewählt:


Legt diesen Stoff nun vor euch hin - am Besten geht das auf dem Fußboden -und legt eure Decke rechts auf rechts darüber. Feststecken und überschüssigen Stoff vom Fleece abschneiden. 


Nun näht ihr einmal fast rund herum die beiden Lagen zusammen. Wichtig: wir benötigen eine Wendeöffnung, die etwas größer sein muss durch die Bubbles. Ich habe ca. 28 cm offen gelassen.



Durch die Wendeöffnung wendet ihr das ganze nun...


Wendeöffnung schließen - dabei kann man dann auch gleich alles noch einmal rund herum absteppen, damit sich die Decke nicht verzieht.



Ich habe hierfür einen Zierstich genutzt.


und... FERTIG! =)


Meine kleine Anna fühlt sich gleich wohl =) .


So, ich hoffe, es war alles so weit verständlich -und ich wünsche euch viel Spaß beim Nachnähen!

Kommentare:

  1. sehr schön gemacht und gut erklärt....Danke!

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  2. Hey das ist ne super Anleitung :)
    Danke danke :)
    Wie viel Natzugabe hast du gemacht (0.5cm?) und was ist das für ein Nähfüßchen? :)

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    1. ja genau, 0,5 - wobei das eigentlich egal ist, solange man bei jedem Kästchen die gleiche Nahtzugabe nimmt. Nähfüsschen ist das ganz normale, was standardmäßig an jeder Nähmaschine dran ist

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  3. Superschöne Idee. Danke fürs Teilen und gut erklären :-)

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  4. superschöne Idee und gut erklärt. Danke fürs Teilen :-)

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  5. Tolle Idee kommt auf meinen Plan! Aber warum trennst du extra den Stoff nachträglich auf und füllst nicht die letzte Reihe, bevor du die nächste annähst?

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    1. weil die gefüllten Stücke dann unter der Maschine schwerer zusammen zu nähen sind - diese "Knubbel" stören dann extrem.

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  6. Vielen lieben dank für die Mühe und Zeit die du dir genommen hast, damit wir uns auch so was tolles ins Kinderzimmer zaubern können.

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  7. Super Deine Decke und wirklich tolle Anleitung ☺️ Habe mir erlaubt sie bei Facebook zu posten
    �� Liebe Grüße, Simone vom

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  8. Hier noch der Link
    https://www.facebook.com/Lapika.de/

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  9. Hallo, so cool, dass ich es nachmachen musste :). Ich hänge allerdings an dem 5cm langen Band außen herum. Wie genau wird das angenäht?

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  10. super werde im august Omi und das werde ich schenken. DANKE

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  11. Richtig klasse Anleitung vielen Dank

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  12. So, ich hab dann mal ne ganz doofe Frage.
    Wieviel Stoff Kauf ich denn dann so pro Farbe?

    Ich steh grad irgendwie auf dem Schlauch

    Vielen Dank!
    Die Decke ist echt schön und ich möchte sie für Baby 2 nähen.

    LG Katharina

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  13. Hi könnte man bei dir so eine Decke,, bestellen "😕

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  14. Hey hatte die selbe Frage, ob man bei ihnen auch so eine Decke bestellen könnte? Bin leider nicht so geschickt mit nähen etc.

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  15. Hallo, tolle Idee und wirklich sehr verständlich erklärt. Mich würde interessieren, ob die Bubbles schnell plattgedrückt waren, das hält mich etwas davon ab die Decke zu nähen.

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