Samstag, 2. März 2013

Christopher Coake : An einem Tag im Januar

Christopher Coake - An einem Tag im Januar
Goldmann-Verlag
ISBN: 978-3-442-30110-2
21,99 €



Inhalt:
Bei Mark und Chloe hat das Schicksal zugeschlagen - ihnen ist das schlimmste passiert, was Eltern überhaupt passieren kann: ihr kleiner Sohn Brendan stürzt nach einem Streit mit seinem Vater die Treppe herunter - und stirbt direkt beim Aufprall. Gerade 8 Jahre ist er alt gewesen, er hatte sein ganzes Leben noch vor sich. Für Mark und Chloe bricht eine Welt zusammen. Mark macht sich schwere Vorwürfe. Hätte er nicht schimpfen sollen? Hätte er öfter nach ihm sehen müssen? Und so zieht es ihn immer mehr zum Alkohol hin. Chloe fühlt sich währenddessen allein gelassen, die 2 rücken immer mehr voneinander ab. Und so kommt, was kommen muss: die Ehe scheitert, Chloe trennt sich von Mark. 

Nachdem Mark sehr gelitten hat und auch durch den übermäßigen Alkoholkonsum kurz davor steht, seinem Leben ein Ende zu bereiten, schaltet sich sein Vater Sam ein und kümmert sich um ihn. 7 Jahre nach dem schrecklichen Unfall verliebt sich Mark neu- und möchte seine Freundin Allison heiraten. Doch kaum ist der Antrag ausgesprochen, taucht plötzlich eine fremde Frau bei ihnen auf. Sie beobachtet ihn, scheint immer dort zu sein, wo Mark auch ist. Bis sie ihn irgendwann anspricht, mit einer wirklich absurden Geschichte. Sie ist die neue Besitzerin des Hauses, indem der schreckliche Unfall passierte. Ihr Sohn Jacob könne nachts nicht mehr schlafen - er sähe den Geist eines kleinen Jungen, der nach seinem Vater rufen würde...

Für Mark und Chloe ist es, als würde nun alles noch einmal von vorn losgehen. Im Alkoholrausch hat Mark ebenfalls das Gefühl, seinen Sohn zu spüren. Hin- und Hergerissen zwischen seinen Gefühlen, der Liebe zu Allison und der Liebe zu seiner Ex-Frau Chloe befindet er sich völlig neben der Spur. Allison hat nur bedingt Verständnis, und so zieht es Mark immer mehr zu Chloe hin, in fester Umklammerung mit dem Gedanken, seinem Sohn nah sein zu wollen. Eine Seance soll Aufschluss bringen. Doch soll Mark es wirklich wagen? Gibt es den Geist seines Sohnes wirklich? Oder ist alles nur Hirngespinst und das sogenannte "Medium" eine Hochstaplerin? Wird er sich für Allison oder Chloe entscheiden? Und was hat Allison für ein Geheimnis? ...

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Meine Meinung:
Christopher Coake hat sich hier wirklich ein heikles Thema ausgesucht - gerade für mich als Mutter von 3 Söhnen, einer davon in dem Alter, in dem der Brendan damals verstorben ist - war es phasenweise nicht leicht, den Roman mal eben "nebenbei" in der Bahn zu lesen. Und ich habe auch manches Mal meine Kinder zwischendurch mal drucken müssen. In diesem Roman wurde es geschafft, die ehrlichen, teilweise zweifelnden, ähnstlichen, verwirrten und traurigen Gedanken und Gefühle der Hauptperson Mark auf eine Art zu verdeutlichen, dass man phasenweise das Gefühl hatte, selbst Mark zu sein. Das Buch geht wirklich nahe. Toll (wenn man es denn so nennen kann bei dieser Geschichte) fand ich auch das Ende, welches nicht vorhersehbar war und dennoch den Leser nach Beendigung des Buches denken lässt: "genau mit diesem Ende kann ich gut leben!".  Auch wenn es um Geister und deren nächtliche Erscheinung geht, blieb der Roman doch auf dem Boden der Tatsachen und driftete nicht in den Esotherik-Bereich ab. Ein rundum gelungenes Werk also, ohne zu abgehoben zu sein. Auch nach Beendigung des Buches beschäftigt es den Leser weiter - man macht sich eben doch so seine Gedanken: wie hätte ich reagiert? Kann meinem Kind so etwas auch passieren? Hätte ich anders gehandelt? 

Fazit: 
Eine absolute Lese-Empfehlung von mir!!! Volle Punktzahl - 5 Sternchen!



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